Ja Wer fliegt denn da?

Distelfalter. Foto: Dorothea Bellmer

Distelfalter. Foto: Dorothea Bellmer

Düsseldorf – Längst sind viele Tag- und Nachtfalter nicht mehr so häufig zu Gast in unseren Gärten wie noch vor ein paar Jahren. Denn auch vor unseren beliebten Schmetterlingen macht das dramatische Insektensterben nicht Halt. Um auf diese Entwicklung aufmerksam zu machen, ruft der NABU NRW bereits zum siebten Mal zur Falterzählaktion in Nordrhein-Westfalen auf. Alle Interessierten können vom 15. Juni bis zum 15. Juli Schmetterlinge beobachten, zählen und dem NABU NRW im Rahmen des Projektes „Mehr Platz für Falter – Jetzt wird´s bunt!“ melden.

„Dabei kann überall gezählt werden, egal ob im Garten oder auf dem Balkon, im Freibad oder im Park. Empfehlenswert ist es, eine passende Pflanze auszuwählen und alle Schmetterlinge, die sich dort niederlassen, zu erfassen“, erklärt Christian Chwallek, stellvertretender NABU-Landesvorsitzender. Anhand der Daten, die bei der Zählaktion gesammelt werden, könne man herausfinden, welche Tag- und Nachtfalter im unmittelbaren Siedlungsbereich noch vorkommen und wie häufig diese gesichtet werden. „Über die Jahre können wir so vielleicht Entwicklungstendenzen der Bestände einzelner Falterarten erkennen. Daher ist es wichtig, dass möglichst viele Menschen teilnehmen“, so Chwallek weiter.

Die genaue Zählanleitung und Abbildungen der im Fokus stehenden zwölf Tag- und sechs Nachtfalterarten sind auf einer Zählhilfe vermerkt, die beim NABU-Landesverband kostenfrei erhältlich ist. Flyer und Zählhilfe sind zudem unter www.platzfuerfalter.de abrufbar. Auch weitere Arten, die nicht auf dem Zählbogen abgebildet sind, dürfen angegeben werden – denn jede Meldung zählt! Zur Auswertung sollten die ausgefüllten Zählhilfen bis zum 22. Juli entweder per Post an die Landesgeschäftsstelle des NABU NRW oder per E-Mail an Falter@NABU-NRW.de geschickt werden. Die Beobachtungen können auch direkt online unter www.platzfuerfalter.de eingegeben werden.

Weiterer Baustein des Projektes: Kitas, Schulen und Gartenbesitzende werden aufgefordert ihre Gärten schmetterlingsfreundlich zu gestalten. Auch Kirchen und Gemeinden werden aufgerufen, zum Beispiel Friedhöfe schmetterlingsfreundlich werden zu lassen. Für ihren Einsatz können die Teilnehmenden eine Auszeichnung erhalten. Insbesondere die für Schmetterlinge und weitere Insekten lebensfeindlichen Schottergärten hofft der NABU NRW zumindest teilweise so wieder in wertvolle Lebensräume für Schmetterlinge umwandeln zu können.

Unterstützung erhalten alle Interessierten durch das vielfältig vorhandene Informationsmaterial. Zudem wurden in ganz NRW Falterfreunde und -freundinnen ausgebildet, die vor Ort mit Rat (und Tat) bei der Gestaltung von schmetterlingsfreundlichen Gärten behilflich sind.

Gefördert wird das Projekt vom Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz NRW. Drei Partnerinstitutionen – NABU-Stiftung Naturerbe NRW, NAJU NRW und Naturgarten e.V. – unterstützen das Projekt, ebenso wie das Portal Naturgucker.de.