Auf die Plätze, fertig, Wintervögel zählen!

Stunde der Wintervögel. Foto-Collage: Mattias Schäf

NABU und LBV rufen vom 6. bis 9. Januar wieder zur Stunde der Wintervögel auf

Foto: Mattias Schäf

Düsseldorf: Wenig Samen und Baumfrüchte im Wald – und viele Besucher am Futterhaus. Dieser Effekt könnte sich bei der diesjährigen Stunde der Wintervögel erneut zeigen. Vom 6. bis zum 9. Januar laden der NABU und sein bayerischer Partner, der LBV (Landesbund für Vogelschutz), wieder zu Deutschlands größter wissenschaftlicher Mitmachaktion ein. Jeder und jede ist aufgerufen, eine Stunde lang Vögel zu zählen und sie dem NABU zu melden. Auf los, geht’s los…!

In den vergangenen Wochen haben wir einen starken Durchzug von Bergfinken, Eichelhähern und Ringeltauben registriert. Die Vögel ziehen aus Nord- und Osteuropa nach Süden und Westen, also auch zu uns nach Deutschland. Das tun sie vermehrt, wenn es beispielsweise nicht genügend Bucheckern oder andere Baumfrüchte im Brutgebiet gibt, so Christian Chwallek, stellvertretender Vorsitzender beim NABU NRW. Wir erwarten daher, dass es zur Stunde der Wintervögel viel zu beobachten geben wird. Vögel kommen häufiger auf Nahrungssuche in unsere Gärten, wenn das Angebot in den Wäldern knapp ist.

An Futterhäuschen, -säule oder Knödelspender im Garten oder auf dem Balkon lassen sich Vögel am einfachsten beobachten. Mit der Fütterung beginnt man am besten schon vor dem ersten Schnee, damit sich die Vögel an den Platz gewöhnen, erklärt Jonas Brüggeshemke vom Landesfachausschuss Ornithologie und Vogelschutz im NABU NRW. Allerdings sollte man die Fütterung nicht mit effektivem Schutz bedrohter Vogelarten verwechseln, da von ihr eher weniger bedrohte Arten profitieren. Der NABU empfiehlt das Füttern daher eher zur Naturbeobachtung und Umweltbildung. Wer Vögel schützen möchte, sollte Garten und Balkon naturnah gestalten und heimische Sträucher wie Holunder und Schlehe pflanzen. Abgeblühte Samenstände von Stauden und anderen Blühpflanzen sollten über den Winter als natürliches Vogelfutter stehen bleiben, so Brüggeshemke weiter. Vögel fühlten sich besonders wohl, wenn im Garten zudem etwas Wildnis zugelassen und ganz auf Gift und Kunstdünger verzichtet wird.

Bei der vergangenen großen Vogelzählung im Januar 2021 beteiligten sich über 236.000 Menschen. Insgesamt gingen Meldungen aus 164.000 Gärten und Parks ein Allein in Nordrhein-Westfalen meldeten mehr als 47.000 Vogelfreunde aus über 33.000 Gärten rund 1.077.000 Vögel. Der Haussperling ergatterte damals den Spitzenplatz als häufigster Wintervogel in Deutschlands Gärten.

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NABU-Wintervögel. Foto-Collage: Publicgarden Berlin

Die Stunde der Wintervögel ist Deutschlands größte wissenschaftliche Mitmachaktion und findet bereits zum zwölften Mal statt. Wer mitmachen will, beobachtet eine Stunde lang die Vögel am Futterhäuschen, im Garten, auf dem Balkon oder im Park und meldet die Ergebnisse dem NABU. Von einem ruhigen Beobachtungsplatz aus wird von jeder Art die höchste Anzahl Vögel notiert, die im Laufe einer Stunde gleichzeitig zu sehen ist. Die Beobachtungen können per App unter www.NABU.de/vogelwelt, unter www.stundederwintervoegel.de oder unter www.NABU.de/onlinemeldung bis zum 17. Januar gemeldet werden. Zudem ist für telefonische Meldungen am 8. und 9. Januar jeweils von 10 bis 18 Uhr die kostenlose Rufnummer 0800/1157-115 geschaltet.