Die Stunde der Wintervögel naht – Macht mit!

Mitmachaktion von NABU und NAJU – „Stunde der Wintervögel“ vom 10. bis 12. Januar / „Schulstunde der Wintervögel“ vom 6. bis 10. Januar

Von Martina Vogt

Kreis Gütersloh – Schaut genau hin! In unsere Gärten, auf den Balkon, in das Futterhäuschen oder in den benachbarten Park. In diesem Jahr rufen der NABU und sein bayrischer Partner, der Landesbund für Vogelschutz (LBV) bundesweit zum zehnten Mal zur Stunde der Wintervögel auf. Es ist Deutschlands größte Mitmachaktion. Sie geht vom 10. bis 12. Januar. Dann heißt es eine Stunde lang von einem ruhigen Beobachtungsplatz aus Vögel beobachten, zählen und das Ergebnis dem NABU mitteilen.

Podcast zur Wintervogelzählung 2020

Von jeder Vogelart wird dafür die höchste Anzahl notiert, die im Laufe einer Stunde gleichzeitig zu beobachten ist. Die Beobachtungen können unter www.stundederwintervoegel.de bis zum 20. Januar gemeldet werden. Für telefonische Meldungen ist am 11. und 12. Januar jeweils von 10 bis 18 Uhr die kostenlose Rufnummer 0800/1157-115 geschaltet.

Fotostrecke „Unsere Wintervögel“

Warum ist das Zählen so wichtig?

„Nach dem zweiten Rekordsommer in Folge könnte die Zählung Aufschluss darüber geben, wie sich anhaltende Dürre und Hitze auf die heimische Vogelwelt auswirken“, so Heinz Kowalski, stellvertretender Vorsitzender und Vogelexperte des NABU Nordrhein-Westfalen. „Je mehr Menschen mitmachen, desto aussagekräftiger werden die Ergebnisse.“

Bloß nicht verzetteln!
Hier können Sie ihre Ergebnisse zur Stunde der Wintervögel erfassen
.
(Pdf-Dokument zum Ausdrucken)

Wo verstecken sich unsere Eichelhäher?

Im Herbst wurde ein massiver Einflug von Eichelhähern nach Deutschland und Mitteleuropa beobachtet, bestätigt NABU-Vogelexperte und stellvertretender Landesvorsitzender Heinz Kowalski. „Im September waren es über zehnmal so viele Vögel wie jeweils im gleichen Monat der vergangenen sieben Jahre. Im Oktober 2019 registrierten Vogelzugzählstationen 16 Mal so viele Eichelhäher. Ähnlich hohe Zahlen gab es zuletzt 1978.“

Eichelhäher
Eichelhäher

Als Grund vermuten Ornithologen, dass es 2018 in Nordosteuropa eine sogenannte Eichelvollmast gab, also besonders viele Eicheln herangereift sind. So konnten deutlich mehr Eichelhäher den vergangenen Winter überleben und in diesem Jahr brüten. Viele dieser Vögel sind nun zu uns gezogen, weil in ihren Herkunftsgebieten nicht mehr genug Nahrung für alle Vögel vorhanden ist. Kowalski: „Seit die Eichelhäher nicht mehr aktiv wandern, scheinen sie jedoch wie vom Erdboden verschluckt. Die ‚Stunde der Wintervögel‘ könnte zeigen, wo diese Eichelhäher geblieben sind. Es ist sehr wahrscheinlich, dass sie sich in den Wäldern und Gärten des Landes verteilt haben.“

Haussperling in 2019 am häufigsten vertreten

Allein in NRW beteiligten sich bei der letzten großen Wintervogelzählung im Januar 2019 über 26.000 Personen.Insgesamt gingen Meldungen aus über 18.000 Gärten ein.

Haussperling

Den Spitzenplatz als häufigster Wintervogel in nordrhein-westfälischen Gärten erreichte in 2019 der Haussperling, gefolgt von der Kohlmeise (Platz 2) und der Blaumeise (Platz 3). Deutschlandweit beteiligten sich über 138.000 Menschen an der Aktion, der Haussperling wurde auch hier am häufigsten gezählt. Auf Platz 2 kam die Kohlmeise und der Feldsperling ergatterte den dritten Platz.

Im Rahmen der „Schulstunde der Wintervögelvom 6. bis 10. Januar lädt die NAJU Nordrhein-Westfalen alle kleinen Vogelfreundinnen und -freunde ein, im Park, auf dem Schulhof und im Garten eine Stunde lang Vögel zu zählen und mehr über sie zu erfahren. Dafür bietet die NAJU auf www.NAJU.de/SdW Zählkarten, ein Poster und ein Wintervogel-Quiz für Kindergruppen und Schulklassen an. Bei fünf Aktionen lernen sie Vögel und ihre Anpassungsstrategien an die kalte Jahreszeit kennen. Die Zählergebnisse der Kinder fließen ebenfalls in die NABU-Auswertung ein.

Aktionen des NABU

Bloß nicht verzetteln!
Hier können Sie ihre Ergebnisse zur Stunde der Wintervögel erfassen
.

Nistkästen für unsere Wintervögel
Bauanleitung für Höhlenbrüter-Kasten