Pilzexkursion

Nachdem das Jahr 2016 eigentlich nicht die richtige Witterung für Pilze hat, konnten wir trotzdem am 29. Oktober unter der fachkundlichen Leitung von Dr. Gunnar Waesch  und Ralf Heese rund um das Gut Schledebrück in Lintel “in die Pilze gehen”.PilzexkursionPilzexkursion

Zunächst wurde erläutert, dass es fossile Nachweise von Pilzen schon von vor 1,5 Milliarden Jahren gibt. Pilze haben sich darauf spezialisiert, organisches Material als Nahrung zu verwenden, deshalb folgte auf baumreiche Zeiten, in der auch die Steinkohleflöze ihren Ursprung haben, eine massenhafte Pilzzunahme, so dass dann mangels organischer Masse keine Steinkohle mehr entstehen konnte.PilzexkursionPilzexkursion

 

 

 

 

 

 

 

Dass Pilze keine verkümmerten Pflanzen ohne Chlorophyll sind, wurde erst sehr spät im 19. Jahrhundert festgestellt. Ebenfalls sehr spät konnte nachgewiesen werden, dass sich Pilze über Sporen vermehren, dass also der Pilz, den wir sehen und ggf. essen, nur der Fruchtkörper ist. Die eigentliche Pflanze beim Pilz ist das sogenannte Myzel, was man mit dem Wurzelwerk einer anderen Pflanze vergleichen könnte. Mittlerweile wird den Pilzen eine eigene Gruppe neben Pflanzen und Tieren zugestanden. Es gibt mehr Pilzarten, als Insekten.

Rund um Gut Schledebrück gibt es verschiedene Lebensräume mit unterschiedlichen Pilzen. Zunächst wurden in einem Buchenbestand verschiedene Faserpilze und auch Pilze an Totholz gefunden. Weiter ging es entlang des Weges und auch an einem kleineren Kahlschlag. Hier fand sich der falsche Pfifferling aber auch verschiedene Pilze an Baumstümpfen.

Zum Schluss gab es noch einen Fichtenbestand mit wieder anderen Pilzen, die teilweise für Nadelwald typisch sind.

Fazit des interessanten Wanderung war, dass es nicht einfach ist, Pilze korrekt zu bestimmen, da oft Kleinigkeiten über giftig oder essbar entscheiden. Viele Pilze sehen sich extrem ähnlich und sind trotzdem grundverschieden. Eine eindeutige Bestimmung ist oft nur durch mikroskopische Betrachtung der Sporen, Lamellen und weitere Merkmale möglich.

Aber auch die Einschätzung, ob ein Pilz essbar ist, oder nicht ändert sich. Die Empfehlung war deshalb, nur aktuelle Bestimmungsliteratur zu verwenden, um auch aktuelle Empfehlungen zu haben. Vielfach gibt es Giftstoffe, die durch Anreicherung im Körper erst giftig sind und deshalb erst nach wiederholtem Verzehr ihre Wirkung entfalten. Die meisten Gifte wirken jedoch sofort, führen zu (irreversiblen) Organschäden, bevor eine körperliche Reaktion bemerkt wird.

Unter www.pilze-deutschland.de kann man näheres Erfahren.PilzexkursionPilzexkursionPilzexkursionPilzexkursionPilzexkursion