Wanderung am Wittekindsberg

Der NABU-Kreisverband Gütersloh organisierte am Sonntag den 10.05.2015 eine Wanderung durch das Naturschutzgebiet Wittekindsberg in Porta Westfalica.

Am Treffpunkt unterhalb des Kaiser-Wilhelm-Denkmals trafen sich ca. 15 Naturliebhaber aus dem Kreise Gütersloh.

Kaiser-Wilhelm Denkmal

Das Kaiser-Wilhelm Denkmal (Foto: Stefanie Klappenbach-Riewenherm)

Das Denkmal, seine Geschichte und seine Zukunft wurde von Dr. Franke erläutert, der auch vielfältige Hinweise auf die Geologie gab. Der Sockel des Denkmals, sowie viele bekannte Bauwerke weserabwärts wurden aus Portasandstein erbaut, der mittlerweile nicht mehr gewonnen wird. Deshalb gibt es auch Schwierigkeiten, den Denkmalsockel mit Originalmaterial wieder herzustellen.

Ab hier erläuterte Herr Stöckmann vom Landesbetrieb Forsten die Organisation der Bewirtschaftung der Waldgebiete in Nordrhein-Westfalen im Allgemeinen und im Wiehengebirge im Speziellen. Viele interessante Pflanzen am Wegrand wurden angesprochen, so fanden sich vereinzelt noch Frühjahrsblüher (Weißes und Gelbes Buschwindröschen, Salomonsiegel, Goldnessel, Waldmeister, Aaronstab, etc.). Aber auch Probleme, wie zum Beispiel das unerlaubte Befahren des Waldes durch Mountainbiker wurde diskutiert.

Wittekindsberg

Foto: Stefanie Klappenbach-Riewenherm

Ziel der Wanderung war die Wittekindsburg, ein Hotelbau, der seit kurzen nach längerem Leerstand von einem Verein übernommen wurde und jetzt wieder renoviert wird. Wie uns Herr Schünemann vom Förderverein Wittekindsberg erläuterte, steht dieses Gebäude auf einem von mehreren möglichen Standorten von frühzeitlichen Burgen, von denen aber nur Verteidigungswälle oder einzelne Torsituationen nachgewiesen sind. Nicht weit von dem Hotelbau wurden 1995 zufällig Mauerreste eine kreuzförmigen Kirche gefunden. Über das Entstehen und die Witmung dieser Kirche weiß man nichts genaues, allerdings wurde dieser Grundriss nur in wenigen Fällen verwendet. Innerhalb der Mauern fanden sich Gräber, nachgewiesen als eine Frau und 4 leibliche Kinder unterschiedlichen Alters. Über die soziale Herkunft weiß man nichts.

Etwas bergabwärts liegt die Margarethenkappelle oder Margarethenklus (= Klause), eine Kapelle vermutlich über den Resten eines ehemaligen Klosters, in dem heute verschiedene Konzerte stattfinden.

Zum Abschluss der Wanderung lud uns der Verein, der die Renovierung der Wittekindsburg betreibt, zu einer kräftigen Brotzeit ein und zeigte uns das Gebäude.

Der Vorplatz sollte bis Christi Himmelfahrt soweit renoviert sein, dass eine Außengastronomie möglich ist. Mit Hilfe dieser Einnahmen, wird unter anderem die weitere Renovierung finanziert. Endziel ist es, das Gebäude wieder als Hotel und Veranstaltungsraum nutzbar zu machen.

Ein Teil des Außengeländes wird durch Drachenflieger genutzt, die von hier aus bei richtigen Wetterverhältnissen bis in den Harz fliegen können.