Category Archives: NABU aktiv

Wulfhorst Obstbaumschnitt

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

OLYMPUS DIGITAL CAMERAAm Samstag, den 4. Februar 2017 trafen sich einige Interessierte auf dem Hof Wulfhorst in Steinhagen, um dort von den erfahrenen Landschaftsgärtnern Gerhard und Gerrit Wulfhorst in die Geheimnisse des Obstbaumschnitts eingeführt zu werden.

Gerhard Wulfhorst erläuterte zunächst ausgiebig, dass es “den” Obstbaumschnitt nicht gibt. Je nach Gegebenheiten kann der Schnitt des Baumes variieren. Wenn die Bäume z.B. an einer Straße stehen, an der hohe Fahrzeuge fahren, werden die Kronen höher angesetzt, als bei Bäumen einer Obstbaumplantage, die einfach zu Pflücken sein müssen.

OLYMPUS DIGITAL CAMERAAuch die Kronenform kann je nach Interesse variiert werden, ob man nun einen Terminaltrieb (eher pyramidenförmige Krone) belässt, oder mehrere starke Triebe und damit eine breitere Krone haben möchte, liegt im Ermessen des Gärtners.

Geschnitten wird grundsätzlich, um die Fruchtbarkeit des Baumes, dass heißt den Ertrag, zu steigern, da Obstbäume nur an jungen Trieben blühen und Früchte tragen.

Ziel des Rückschnittes, wie ihn Gerhard Wulfhorst durchführt, ist, dass man anschließend eine Mütze durch die Krone werfen kann, ohne dass sie hängen bleibt. Dazu werden alle Triebe, die Richtung Mitte wachsen geschnitten, sowie von Mehrfachtrieben maximal zwei stehen gelassen.

Auch bei den Schnitttechniken gibt es durchaus Spielraum. Ob man einen radikalen Rückschnitt (bis an die erste Knospe) macht, oder etwas weniger stark und dafür jährlich schneidet, liegt ebenfalls im Ermessen des Gärtners.

OLYMPUS DIGITAL CAMERAWichtig ist aber bei allen Schnitten, dass die Schnitte selber sauber ausgeführt werden, ohne Fäden aus der Rinde zu ziehen und ohne an der Schnittfläche Kanten stehen zu lassen. Ersteres ist eine Verletzung des Baumes und kann zum Eindringen von Krankheitserregern führen (ähnlich wie Verletzungen an der Haut beim Menschen), Kanten führen zu Wasserstau und damit ebenfalls zum Eindringen von Krankheitserregern. Gerhard Wulfhorst rät beim Schneiden von Ästen den Astring stehen zu lassen (eine bis 2 cm dicke Wulst am Stamm oder nächst größeren Ast aus der der Ast wächst). Die Erklärung dazu: der Astring ist eine Art Verbindungsstück zwischen Stamm und kleinerem Ast. Wenn man diesen wegschneidet, hat man eine Verletzung direkt am Stamm, lässt man ihn stehen, hat man eine saubere Schnittkante abseits vom Stamm.

OLYMPUS DIGITAL CAMERAUm diese sauberen Schnittkanten zu erzielen, führte Gerhard Wulfhorst verschiedene Schneidwerkzeuge vor, mit denen er in seiner Praxis als Garten- und Landschaftsbauer gute Erfahrungen gemacht hat. Er empfiehlt zum Beispiel Scheren mit beidseitigen Klingen und nicht mit Klinge und Ambos. Letzteres führt oft zu Quetschungen und Abreißen von Rindenfäden, Während beidseitige Klingen auch von beiden Seiten schneiden. Geräte an langen Stielen, egal ob Scheren oder Sägen, können in bestimmten Situationen hilfreich sein, ein sicherer und gezielter Schnitt ist aber nahe am Schnittpunkt immer vorzuziehen. Auch hier hatte Gerhard Wulfhorst praktische Tipps. Wer nicht wie er auf Hebebühnen oder Ähnliches zurückgreifen kann, sondern auf im Gelände eher wackligen Leitern arbeiten muss, kann diese trotzdem absichern: Einfache Spanngurte oder Seile, mit denen der Leiterkopf an einen Ast angebunden wird, senken die Kippgefahr deutlich. Ein Spaten in den Boden gestochen, gegen den der Leiterfuß gestellt wird, verhindert ein Abrutschen der Leiter, wenn niemand festhalten kann.

Nach so viel Theorie und praktischer Vorführung von Gerhard Wulfhorst, legten einige der Anwesenden selber Hand an, um beim Obstbaumschnitt auf der Streuobstwiese mitzuhelfen. Gerhard Wulfhorst zeigte sich anschließend zufrieden mit den beschnittenen Bäumen und erläuterte, dass man ruhig mutig schneiden darf. Oft treiben die Bäume anschließend um so stärker wieder aus.

OLYMPUS DIGITAL CAMERAZu beachten ist jedoch, dass es artenabhängig unterschiedliche Zeitpunkte gibt, wann die Bäume beschnitten werden sollten. Die Walnuss zum Beispiel sollte im August beschnitten werden, ein Schnitt im Oktober kann zum Ausbluten des Baumes führen. Auch Kirschen sollten während oder kurz nach der Ernte beschnitten werden, während Äpfel im Herbst oder vor dem Laubaustrieb beschnitten werden können.

Allen, die sich Sorgen um den Lebensraum Baumkrone machten, gab Gerhard Wulfhorst auf den Weg, dass man ja nicht gezwungen sei, alle Bäume gleichzeitig zu schneiden, sondern immer nur einen gewissen Teil. Wenn  einen Baum radikal schneidet, hat man Zeit, bis ein neuer radikaler Rückschnitt nötig wird. In dieser Zeit sind dann die anderen Bäume dran.

 

°°Blühende Landschaft°°

Blühende Landschaft 2

NABU Mitglieder des Kreisverbandes Gütersloh hatten den klagenden Weckruf des Stieglitz, des Jahresvogel 2016 vernommen. Dieser – auch Distelfink genannt – versucht seit langem vergeblich ausreichend Nahrung, sprich Blumensamen in der offenen, teils monotonen Landschaft zu finden. Fehlen dort doch Blütenpflanzen, die den Samen für diese Körnerfresser produzieren.

So ergriffen die NABU- Aktiven, Margret Lohmann und Klaus Kuhlmann Initiative, das allseits großflächige Landschaftsgrün mit bunten Blütenstreifen zu bereichern.Blühende Landschaft

Ihr Motto: Bunte Meter machen. Dieses Ziel zu erreichen, wurden natürlich viele starke Hände gebraucht. So konnten sie für ihr Vorhaben die Grundschule Künsebeck, einem Ortsteil der Stadt Halle(Westf.) gewinnen. Die Kinder der Schule mit ihrer Lehrerin Frau Kleinholz waren von der Idee begeistert. Ebenso auch die Stadt Halle mit ihrem Umweltbeauftragten Stefan Borghoff, der auch von diesem Gemeinschaftsprojekt angetan war.
Die Stadt Halle stellte freundlicherweise gut besonnte Flächen von je 80 m Länge und ca. 10 m Breite zur Verfügung und bereitete den Oberboden vor. In Unterrichtsstunden wurde mit den Schülerinnen und Schülern ein Arbeitsplan erstellt. Mit großer Begeisterung wurde dann vor Ort der Boden bearbeitet, ein Erdplanum hergestellt und eine bodengerechte Blumensamenmischung eingearbeitet. Danach wurde die Bodenfläche angedrückt (verdichtet), um Wehverluste des Samens zu vermeiden. Die Schülerinnen und Schüler wurden nicht müde, emsig Hand anzulegen. Nach getaner Arbeit vor Ort sangen die Kinder fröhlich stimmungsvolle Frühlingslieder bei Gitarrenbegleitung.

In den folgenden Wochen und Monaten beobachteten örtlich  dann die  Schulkindern und einige Eltern  die weitere Entwicklung. So entdeckten sie recht bald erste Blütenpflanzen in schönsten Farben und das erste Ziel  war erreicht, ein Blühstreifen war erstellt.  Woche für Woche entwickelte sich so in wechselnder Blütenfolge ein farbenprächtiges Blumenmeer.  Im weiteren Verlauf konnten dann auch  mit Hilfe von Bestimmungsbüchern die entdeckten Pflanzen  benannt werden. Es zeigten sich Kornblume, Nachtkerze, Kratzdiestel, Vogelknöterich, Moschus Malve, Mohn und andere Blütenpflanzen. Auf selbst gebastelten  Schautafeln wurden sodann die Blumennamen angezeigt.Blühende Landschaft

Zur großen Überraschung stellten sich alsbald die ersten Insekten ein, Schmetterlinge, verschiedene Käferarten, aber besonders Wildbienen, Hummeln, Wespen und Honigbienen. Das nahm wohl auch ein Imker zum Anlass, einen Bienenstand in der Nähe aufzustellen. Er berichtete unter anderem über die enorme Fleißarbeit dieser kleinen Geschöpfe, die laut wissenschaftlicher Erkenntnis ca. 120.000 Blütenköpfe besuchen müssen, um 1 kg Honig herzustellen.

Nach weiteren Wochen wurden dann die Samenfresser wie Stieglitz, verschiedene Sperlingsvögel gesichtet. Jetzt stellten wir verwundert fest, ein weiteres Ziel erreicht zu haben, nämlich den Vögeln Nahrung zu geben, gleichzeitig auch unsere Blütenträume verwirklicht zu haben. Begleitet wurde das Projekt von unserem Lokalradio Gütersloh durch den Redakteur Manfred Nöger, der begeistert mitwirkte und eine Lernstunde erarbeitete und diese dann gesendet wurde.

Alle Teilnehmenden waren sich einig, die Gemeinschaftsaktion war ein großartiger Erfolg zum Wohle der Natur. Natur braucht Freunde, machen auch Sie mit?Blühende Landschaft

 

Artikel in Zeitung “Die Glocke” vom 15.10.2016

Artikel in Zeitung "Die Glocke"

Der Heimatverein Bokel bei Rietberg erstellte in vielen Stunden ehrenamtlicher Arbeit ein imposantes Bienenhotel, u. a. unter Mitwirkung unseres NABU-Mitglieds Bernd Junker. Dies ist ein wichtiger Beitrag zur Erhaltung der inzwischen immer weniger werdenden Insekten, speziell der Wildbienen, die so wichtig sind z. B. für die Befruchtung der Obstbäume!Artikel in Zeitung "Die Glocke"

Pilzexkursion

Pilzexkursion

Nachdem das Jahr 2016 eigentlich nicht die richtige Witterung für Pilze hat, konnten wir trotzdem am 29. Oktober unter der fachkundlichen Leitung von Dr. Gunnar Waesch  und Ralf Heese rund um das Gut Schledebrück in Lintel “in die Pilze gehen”.PilzexkursionPilzexkursion

Zunächst wurde erläutert, dass es fossile Nachweise von Pilzen schon von vor 1,5 Milliarden Jahren gibt. Pilze haben sich darauf spezialisiert, organisches Material als Nahrung zu verwenden, deshalb folgte auf baumreiche Zeiten, in der auch die Steinkohleflöze ihren Ursprung haben, eine massenhafte Pilzzunahme, so dass dann mangels organischer Masse keine Steinkohle mehr entstehen konnte.PilzexkursionPilzexkursion

 

 

 

 

 

 

 

Dass Pilze keine verkümmerten Pflanzen ohne Chlorophyll sind, wurde erst sehr spät im 19. Jahrhundert festgestellt. Ebenfalls sehr spät konnte nachgewiesen werden, dass sich Pilze über Sporen vermehren, dass also der Pilz, den wir sehen und ggf. essen, nur der Fruchtkörper ist. Die eigentliche Pflanze beim Pilz ist das sogenannte Myzel, was man mit dem Wurzelwerk einer anderen Pflanze vergleichen könnte. Mittlerweile wird den Pilzen eine eigene Gruppe neben Pflanzen und Tieren zugestanden. Es gibt mehr Pilzarten, als Insekten.

Rund um Gut Schledebrück gibt es verschiedene Lebensräume mit unterschiedlichen Pilzen. Zunächst wurden in einem Buchenbestand verschiedene Faserpilze und auch Pilze an Totholz gefunden. Weiter ging es entlang des Weges und auch an einem kleineren Kahlschlag. Hier fand sich der falsche Pfifferling aber auch verschiedene Pilze an Baumstümpfen.

Zum Schluss gab es noch einen Fichtenbestand mit wieder anderen Pilzen, die teilweise für Nadelwald typisch sind.

Fazit des interessanten Wanderung war, dass es nicht einfach ist, Pilze korrekt zu bestimmen, da oft Kleinigkeiten über giftig oder essbar entscheiden. Viele Pilze sehen sich extrem ähnlich und sind trotzdem grundverschieden. Eine eindeutige Bestimmung ist oft nur durch mikroskopische Betrachtung der Sporen, Lamellen und weitere Merkmale möglich.

Aber auch die Einschätzung, ob ein Pilz essbar ist, oder nicht ändert sich. Die Empfehlung war deshalb, nur aktuelle Bestimmungsliteratur zu verwenden, um auch aktuelle Empfehlungen zu haben. Vielfach gibt es Giftstoffe, die durch Anreicherung im Körper erst giftig sind und deshalb erst nach wiederholtem Verzehr ihre Wirkung entfalten. Die meisten Gifte wirken jedoch sofort, führen zu (irreversiblen) Organschäden, bevor eine körperliche Reaktion bemerkt wird.

Unter www.pilze-deutschland.de kann man näheres Erfahren.PilzexkursionPilzexkursionPilzexkursionPilzexkursionPilzexkursion

Fahrradexkursion Flughafen Gütersloh

Fahrradexkursion Flughafen Gütersloh

Am Sonntag, den 9. Oktober 2016 trafen sich 16 Interessierte an der Boker Mühle in Herzebrock-Clarholz, um von dort aus verschiedene Stationen an der Ems zu besuchen. Dort erläuterte Wilhelm Gröver, Leiter der Unteren Landschaftsbehörde des Kreises Gütersloh den Sachstand zum Thema Konversion des Flughafengeländes und Renaturierung Ems.Fahrradexkursion Flughafen Gütersloh

Durch verschiedene Kartierungen und Untersuchungen steht mittlerweile fest, dass das Gelände außerhalb der bisher bebauten Flächen Naturschutzflächen werden, da die vorhandenen Pflanzengesellschaften in ihrer Größe Nordrhein-Westfalen weit einzigartig sind. Es gibt AltlasteFahrradexkursion Flughafen Güterslohnstandorte, vor allem im Bereich der Flächen, in denen die Flugzeuge betankt wurden. Durch den hohen Grundwasserstand sind diese Verunreinigungen allerdings sehr eng räumlich begrenzt und dadurch gut sanierungsfähig. Allerdings muss dafür der hohe Grundwasserstand durch Aufstauen der Ems erhalten bleiben. Ein Absenken würde zum Abfluss der Verunreinigungen führen.

Zur Zeit wird das Flughafengelände nicht mehr genutzt, lediglich Fahrsicherheitstraining wird auf den vorhandenen Asphaltwegen angeboten. Sämtliche ehemaligen Nutzungen durch die britischen Soldaten (Golfplatz, Schießstand etc.) wurden aufgegeben.Fahrradexkursion Flughafen Gütersloh

In verschiedenen Gremien werden Ideen gesammelt, wie eine Folgenutzung des Geländes aussehen kann. Überlegungen gehen dahin, im südlichen Teil eine Radwegverbindung zu schaffen, so dass der Emsradweg näher an die Ems geführt werden kann. Gleichzeitig sollte aber die eigentliche Biotopfläche vor zu starkem Nutzungsdruck geschützt werden, eventuell durch Einzäunen.

Viele der vorhandenen Gebäude in der Fläche können nur mit erheblichem Aufwand abgerissen werden. Auch hier gibt es Überlegungen für Folgenutzungen z. B. Kletterhallen, Übernachtungsmöglichkeiten für Radwanderer etc..

Dort wo dem Land Flächen an der Ems gehören, soll in nächster Zeit auch die Ems renaturiert werden. Über historische Karten kennt man historische Verläufe der Ems, die auf landeseigenem Besitz wiederhergestellt werden können.

Unterwegs zeigte Wilhelm Gröver auch noch einen Erlenbruchwald als Beispiel für die Auenentwicklung.

Zum Abschluss der Fahrt zeigte Wilhelm Gröver einen Abschnitt der Dalke, an dem Renaturierungsmaßnahmen durchgeführt wurden, als Beispiel, wie eine Renaturierung an der Ems aussehen könnte.Fahrradexkursion Flughafen Gütersloh

Exkursion in die Naturschutzgebiete Oesterholzer Bruch und Senne

Exkursion

Am 28.08.2016 trafen sich 12 Naturbegeisterte, um das Naturschutzgebiet Oesterholz-Haustenbek in Schlangen, Kreis Lippe, unter der Leitung von Peter Rüther von der Biologischen Station Ostenland kennen zu lernen. Hier war mal die Sennelandschaft von der südlichen Seite zu erkunden, gegenüber den bisherigen Exkursionen von Schloß-Holte her.Exkursion
Exkursion
Der erste Teil des Gebietes ist gekennzeichnet von teilweise älteren Waldabschnitten und extensiv gepflegten Wiesen. Die trockene Lage begünstigt seltene, auf trockene Standorte spezialisierte Pflanzen. Die Wanderung führte entlang der Truppenübungsplatz-Grenze weiter an eine ehemalige Trockenaussandung, die besondere Standortbedingungen bietet, indem die Böschungen sandig sind und der Grund kalkhaltig ist. Ein Stück weiter gibt es Heideflächen, die allerdings dringend pflegebedürftig sind, da sie langsam verbuschen bzw. vergrasen.

Der Rückweg führte zu dem archäologischen Lehrpfad Oesterholz, in einen Bereich, in dem ca. 70 Hügelgräber gefunden wurden.

Nach 2,5 h waren alle Beteiligten froh, die durch die Hitze doch anstrengende Wanderung beendeExkursionn zu können. Exkursion   Exkursion

Der NABU wandert im Furlbachtal

Furlbachtal

Am Sonntag, den 31. Juli 2016 trafen sich ca. 55 Naturfreunde am Furlbach in Stukenbrock, um bei einer 2 stündigen Wanderung unter der Leitung von Peter Rüther von der Biologischen Station Senne den Gewässerlauf des Furlbachs zu erkunden.

Der FurlbFurlbachtalach ist einer der sogenannten Sennebäche, die sich tiefe Täler in den Senne-Dünen eingegraben haben. In früheren Zeiten stark genutzt, zum Beispiel durch Forellenteiche neben dem Bachlauf, wird der Verlauf, der vom Wanderweg A 3 begleitet wird, inzwischen völlig sich selbst überlassen. Dabei wird in Kauf genommen, dass die gesamte Sohle des Kastentales von dem Gewässer eingenommen wird. Bäume u.ä. die umfallen, werden nicht entfernt, Totholz stehen gelassen. Lediglich die Wanderwege müssen aus Verkehrssicherungspflicht frei gehalten werden.

Ermöglicht haben dass die Wasserwerke Bielefeld, im weiten Bereich Eigentümer der Flächen am Furlbach, die in dem Naturschutzgebiet auch Wasser für die Trinkwasserversorgung Bielefeld fördern. schon frühzeitig wurden Wasserstandsbeobachtungen durchgeführt. Man gelangte zu der Erkenntnis, dass die Oberflächengewässer so natürlich wie möglich gehalten werden müssen, um die Trinkwasserqualität zu erhalten und dass die Gewinnung des Tiefenwassers aus ca. 600 m Tiefe die einzige Möglichkeit ist, die Wasserverhältnisse an der Oberfläche zu erhalten.Furlbachtal

Herr Rüther erläuterte, dass der Furlbach in einem ökologisch so gutem Zustand ist, dass bei Renaturierungsmaßnahmen an anderen Sandbächen in Nordrhein-Westfalen, der Furlbach als Muster genommen wird, im Fachjargon “Leitgewässer”.

Weiter enFurlbachtaltlang des Wanderweges A 3 gelangt man zu kleinen Moorweihern. Hier wird auf sehr eng begrenzten Flächen, die nicht so durchlässigen Untergrund haben, das Wasser in Weihern gestaut, die nach und nach vermooren. Typische Blühaspekte dieser Entwicklung, z.B. das Wollgras kann man allerdings eher im Juni beobachten.
Furlbachtal

NABU und STADT HALLE (Westf.) gemeinsam auf Naturschutzwegen!

Umrüstung  auf  naturgerechte  Straßenbeleuchtung in Halle.
Zum Wohle von Mensch und Natur haben Verwaltung und Politiker des Bau – und Verkehrsausschusses der Stadt Halle (Westf.) in der Sitzung am 21.6.2o16 einen wegweisenden Beschluss gefasst und damit ein Zeichen für Naturschutz gesetzt. Die Straßenbeleuchtung in Halle (Westf.) soll künftig nicht mehr mit aggressivem, kalten Blau/Weiß-Licht ausgestattet werden. Es wurde entschieden, LED Leuchten mit dem Lichtwert 2700 Kelvin (Gelb / Orange Bereich im Lichtspektrum) zu verwenden. Dieser Lichtwert liegt noch deutlich unter dem vom Bundesamt für Naturschutz (Berlin) empfohlenen Wert.

Nachdem bekannt wurde, dass die Stadt Halle eine Umrüstung und Erneuerung ihrer Straßenbeleuchtung plante, hatte der NABU – Kreisvorstand Gütersloh sofort Initiative ergriffen und einen Antrag auf naturgerechtere Beleuchtung angemahnt. Dem wurde nun entsprochen. Nach wissenschaftlichen Erkenntnissen schädigt das bisher allgemein eingesetzte widernatürliche Blau/Weiß- LED Licht durch seine Blendung das menschliche Auge erheblich, lockt aber auch die vielen Fluginsekten an, die dann im Lichtstrahl verenden. Naturwissenschaftliche Projekte in der Vergangenheit haben aufgezeigt, dass jährlich bis zu 150 Billionen Insekten ( =130.000 t ) durch das Blau / Weiß Licht vernichtet werden. Diese Insektenarten (z.B. Wildbienen, Hummeln, Schmetterlinge etc. ) sind im Ökosystem teils zur Bestäubung der Blütenpflanzen oder aber auch als Nahrung für unsere heimischen Vögel zugeordnet. Wollen wir also die Artenvielfalt in der Natur erhalten, müssen wir den Hebel umlegen und naturgerecht handeln, Gelblicht statt Blau/Weiß- Licht. Halle und NABU haben einen erfreulichen Anfang gemacht. Für das Verständnis unseres Anliegens möchten wir uns herzlich bedanken. Der NABU setzt weiterhin auf eine gute Zusammenarbeit, Natur und Umwelt wird es uns danken.

Fahrradexkursion Beelener Mark

DSCI0004
Foto: Stefanie Klappenbach

Foto: Stefanie Klappenbach

Trotz widrigen Wetterbedingungen sind mit dem NABU-Kreisverband Gütersloh am Sonntag, den 24.04.2016 ab 10:00 Uhr 12 Naturinteressierte zu einer Fahrradexkursion in das Naturschutzgebiet Beelener Mark aufgebrochen. Vom Hof Tegelkamp in Herzebrock-Clarholz wurde zum Schutzgebiet an der Grenze In Kreis Warendorf geradelt. Sofort am ersten Haltepunkt konnte ein Brachvogel und verschiedene Rohrweihen beobachtet werden.
Herr Laumeier erläuterte, dass seine Aufgabe zum Teil darin besteht, mit den Landwirten die Bewirtschaftung der Grünlandflächen auf die Bruterfordernisse der Vögel abzustimmen. Ein anderer Teil seiner Aufgabe ist es, die Brutvögel vor unbefugten Besuchern zu schützen, weshalb er gerne mit Führungen am Sonntag vor Ort ist, da er dann Leute trifft, die in zu der Zeit nicht erwarten. Auch an besonderen Ausflugstagen (1. Mai, Vatertag) muss er in den Schutzgebeiten präsent sein, da sonst zu viele Störungen auf die Brutvögel einwirken. Im Kreis Warendorf gibt es eher kleinflächige Schutzgebiete, so dass diese besonders gesichert werden müssen.

Foto: Stefanie Klappenbach

Foto: Stefanie Klappenbach

Foto: Stefanie Klappenbach

Foto: Stefanie Klappenbach

Foto: Stefanie Klappenbach

Foto: Stefanie Klappenbach

 

 

 

 

 

 

 

 

An einer weiteren Stelle erläuterte Herr Laumeier, wie er mit Landwirten verschiedene Bewirtschaftungsarten und – zeiten testet, um immer passende Habitatangebote für die verschiedenen Vögel zu haben. Leider musste die Radtour gegen Uhr abgebrochen werden, da heftige Hagelschauer einsetzten und die Bewölkung keine Besserung in Aussicht stellte. Herr Laumeier empfahl das Gebiet in den nächsten Wochen zu besuchen, wenn die Küken geschlüpft sind, da dann die Brachvogeleltern besonders gut zu beobachten sind. Aber dringender Appell: nicht die vorhandenen Wege verlassen.

Exkursion Wildnisgebiet Borgholzhausen

DSCI0032

Nachdem zunächst der Termin für diese Wanderung um eine Woche vorverlegt wurde, sorgte eine Pressemitteilung in der lokalen Presse mit einer falsche Uhrzeit für die Exkursion für weitere Verwirrung, so dass am 20.03. um 10:00 Uhr lediglich 7 Interessierte mit dem Förster Carsten Böls vom Parkplatz der Clever Schlucht aus in das Wildnisgebiet wanderten.

Hier erfuhren die Wanderer, dass Wildnisgebiet nur eine neue Bezeichnung für die seit den 70-er Jahren eingerichteten Naturzellen im Wald ist. Es geht darum, mindestens 20 ha große Waldkomplexe sich selbst zu überlassen, d.h. Totholz bleibt im Bestand, fremde Baumarten werden herausgenommen. Für das Gebiet in Borgholzhausen heißt dass, dass noch Lärchen entnommen werden. Mitten in das Gebiet herein ragt eine private Waldparzelle, mit Fichten bestanden. Förster Böls erläuterte, dass das für den Naturschutz kein Nachteil ist, da sowohl Buchenwald als auch Fichtenwald sehr artenarme Bestände sind, aber unterschiedliche Arten beheimaten. Es gibt auch Tiere, die beide Waldarten für ihr Überleben brauchen, zum Beispiel der Schwarzspecht, der seine Höhle in dicke Buchen baut und seine Nahrung im Fichtenwald sucht.

Foto: Stefanie Klappenbach

Foto: Stefanie Klappenbach

Foto: Stefanie Klappenbach

Foto: Stefanie Klappenbach

Foto: Stefanie Klappenbach

Foto: Stefanie Klappenbach

Aber nicht nur den Baumbestand hat der Förster im Wildnisgebiet im Blick, sondern auch die Bauwerke. Es ist gefordert, dass Hochsitze, Schutzhütten und Ähnliches im Gebiet nur aus natürlichen Materialien gebaut werden dürfen. So wurde die Schutzhütte am Hermansweg unter Anderem aus Lärchenholz gebaut, das dem Bestand entnommen werden musste.

Nach 2 1/2-stündiger Wanderung kamen wir wieder am Parkplatz an.

Um diejenigen, die die irreführende Pressemitteilung gelesen hatten nicht umsonst warten zu lassen, blieb Stefanie Klappenbach am Parkplatz, auf dem sich um 14:00 Uhr tatsächlich noch 5 Personen einfanden. Mit denen, die das Gebiet noch sehen wollten fand eine weitere Wanderung statt, bei der Stefanie Klappenbach versuchte, die Erläuterungen von Herrn Böls zu wiederholen.

« Older Entries Recent Entries »