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Exkursion auf der ehemaligen Deponie Künsebeck

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20180621_183344Der NABU-Kreisverband Gütersloh lud am 21.06.2018 zu einer Begehung über das Gebiet der ehemaligen Deponie Künsebeck ein und konnte Ralf Engelhardt, der dieses Gebiet jahrelang betreute und wie seine Westentasche kennt, als Exkursionsleiter gewinnen.

Das Gebiet besteht aus 2 Deponien, Künsebeck I und II genannt und gehörte ursprünglich zur Stadt Halle. Im Rahmen der Gebietsreform 1974 wurde es dem Kreis Gütersloh zugeordnet. Betreiber ist die GEGmbH, Gesellschaft zur Entsorgung von Abfällen im Kreis Gütersloh mbH.

Seit dem Jahre 1966 bis einschließlich 1999 wurden die Halden als Ablageort für Müll aus dem gesamten Kreisgebiet genutzt. Ab 2000 begann die Stilllegungsphase, die lange andauern kann.

20180621_191719Die Rekultivierung der Anlage wird vom Umweltamt Kreis Gütersloh begleitet. Deshalb waren auch Wilhelm Gröver, Leiter des Umweltamtes Kreis Gütersloh und Wolfgang Schulze vor Ort und beantworteten Fragen der interessierten Exkursionsteilnehmer. Um nach der Stilllegung der Halden das Einsickern von Niederschlagswasser zu verhindern, wurde eine Oberflächenabdichtung aufgebracht und zwar in Form von Kombinationsabdichtungssystemen. Diese bestehen meistens aus einer Tonschicht sowie Kunststoffbahnen aus Polyäthylen, ca. 2,5 mm stark, die aufwändig verschweißt und an bestehende Dichtungen angeschlossen werden. Danach wird zur Rekultivierung Kalkboden aufgebracht und Rasen eingesät. Dann erfolgt die endgültige Stilllegung der Deponie und es beginnt die Nachsorgephase.

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Da kein Wasser mehr in das Innere der Deponie eindringt, gehen Deponiegas und Sickerwasser deutlich zurück. Nicht verdunstetes Regenwasser versickert oder wird in einen Vorfluter geleitet. Diese Phase wird von der GEGmbH stetig kontrolliert und dokumentiert, damit gewährleistet ist, dass keine schädlichen Umwelteinflüsse entstehen.
Künsebeck I umfasst ein Ablagerungsvolumen von 750.000 m auf 4,5 h und entstand auf dem ehemaligen Gebiet eines Kalksteinbruchs und wurde von 1966 – 1982 genutzt. Künsebeck II ist ebenfalls auf dem Gebiet des Kalksteinbruchs in direkter Nachbarschaft eingerichtet und umfasst eine Fläche von 8,1 ha mit einem Ablagerungsvolumen von 1,7 Mio. m3, genutzt von 1982 bis 1999.

20180621_182009Seit dem Jahre 1996 wird das Deponiegas verstromt und in das örtliche Stromnetz eingespeist. Lt. Ralf Engelhardt trägt das auch zur Stabilisierung der Müllgebühren bei. Seit 2003 nimmt die Menge des Deponiegases jedoch kontinuierlich ab.
Deponien stellen mit den dazugehörigen technischen Anlagen Beeinträchtigungen und Eingriffe in die Natur dar. Aus diesem Grunde werden Ausgleichs- bzw. Ersatzmaßnahmen durchgeführt. Auf der Deponie Künsebeck werden Schafe gehalten, damit das Gebüsch sich nicht weiter ausbreiten kann und mit dem Wurzelwerk die Folien beschädigen würde. Die Beweidungszeiten werden so gelegt, dass Gräser und Kräuter nach dem Blühen noch aussäen können. So konnte sich ein Magerrasenstandort auf Kalkboden entwickeln, wie er nur noch selten zu finden ist. Es konnten sich auch rar gewordene Pflanzen ansiedeln, die Lebensraum für vielfältige Insekten bieten.

Am Rande des Gebietes in der Nähe des noch aktiven Steinbruchs Müller konnten aufmerksame Besucher 2 junge Uhus beobachten.

Die Witterung dieses Tages bewirkte, dass man einen fantastisch weiten Ausblick hatte bis Paderborn und Beckum, sogar bis Münster.

Wilhelm Gröver gab zum Schluss bekannt, er sei erfreut, berichten zu können, dass die ehemalige Deponie in Zukunft auch für Besucher freigegeben werden wird. Es sind allerdings noch verschiedene Maßnahmen, z. B. zur Verkehrssicherung, nötig.

Exkursion: NABU Kreisverband Gütersloh besichtigt Flora und Fauna am Steinhorster Becken

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Ungewöhnliche Gäste verschiedenster Wasservögel locken zahlreiche Besucher zum Steinhorster Becken. Am 14. April bot auch der NABU Kreisverband Gütersloh eine Exkursion an, um von Rundwanderweg Flora und Fauna zu bestaunen. Fast 30 Naturfreunde waren dabei, um an der Führung mit  Dr. Lackmann von der Biologischen Station Kreis Paderborn teilzunehmen.

OLYMPUS DIGITAL CAMERADr. Lackmann erläuterte zunächst die Entstehungsgeschichte des Beckens, das ursprünglich als Hochwasserrückhaltebecken geplant war und diese Funktion auch heute noch als wichtigste Funktion erfüllen muss. Nach dem verheerenden Hochwasser der Alme und Lippe 1965 hat man im Kreis Paderborn umfangreich Wasserrückhaltemöglichkeiten geschaffen, um die besiedelten Gebiete vor Überschwemmungen zu schützen. An der Ems im Bereich der Kreisgrenze wurden dazu Dämme/Deiche angelegt, die Hochwässer auf den innerhalb dieses Deiches liegenden Ackerflächen aufstauen sollten.

Anfang der 1970-er Jahre wurde im Frühjahr dann ein Probestau gemacht, um die Funktion der technischen Bauwerke zu prüfen. Auf den flach überstauten Ackerflächen fanden sich in kürzester Zeit eine Vielzahl von Vögeln ein. Man erkannte, dass Flachwasserbereiche in der Umgebung Mangelware waren, insbesondere da bei den durchgeführten Flurbereinigungen Feuchtwiesen und ähnliches verloren gegangen waren. Außerdem rechnete man mit häufigen Einstausituationen und dadurch teuren Entschädigungen der Ackerbesitzer im Einstaubereich. Deshalb fing man an, die Flächen im Beckenbereich zu kaufen. Im Besitz der überwiegenden Flächen plante man nach britischem Vorbild eine Vielzahl an Biotopen und staute die Ems unabhängig vom Rückhaltestauwehr ein.

20180414_115438Überwiegend liegt die Wassertiefe bei maximal einem halben Meter, einzelne Bereiche können bis zu zwei Meter tief sein. In diesen flachen Wasserbereichen fanden sich sehr schnell eine Vielzahl von Vögeln ein, die auf diese Art Lebensraum spezialisiert sind. Welche das sind, ist auf den Schautafeln auf den Aussichtsplattformen des Beckens zu sehen.

Eine Besonderheit des Steinhorster Beckens ist, dass der Einstaubereich nicht begehbar ist, die Interessierten aber auf der Deichkrone um das Gelände herum laufen und dabei Naturbeobachtungen machen können. Die Vögel haben sich schnell an diese Situation gewöhnt, so dass die Fluchtdistanz bei ca. 20-30 Metern liegt. So berichtete Dr. Lackmann, dass die Vögel im Laufe der Jahre gelernt hätten, dass ihnen auf den Brutinseln nichts passiert. Somit können die Besucher die Vögel direkt aus nächster Nähe beobachten, ohne dass sie Vögel davonfliegen und gestört werden. Das ist ja jetzt gerade in der Brutzeit sehr wichtig.

20180414_122948Das Steinhorster Becken entwickelt sich im Laufe der Zeit stetig weiter, so dass einige Planungen aus den 1970-er Jahren heute bereits veraltet sind (z.B. Staubauwerk Ems) bzw. sich als falsch erwiesen haben (Kiesinseln in einem Sandfluss) und dadurch Probleme geschaffen wurden. Die für den Flussregenpfeiffer angelegten Kiesinseln sind im verbuschten Zustand eher Brutplätze der verschiedenen Gänsearten, die dann auf den angrenzenden landwirtschaftlichen Flächen für Verbissschäden sorgen. Die Biologische Station arbeitet mit anderen Interessensgruppen zusammen, um hier Lösungen zu finden.

Während der Wanderung konnten bereits einige brütende Grau- und Nonnengänse beobachtet werden.

Nach etwa zwei Stunden erreichte die Gruppe die zweite Aussichtsplattform an der nordöstlichen Kante des Naturschutzgebietes. Hier konnte ein Weißstorchpaar auf einem Horst beobachtet werden.

Weitere spannende Exkursionen und Ausflüge sind im Veranstaltungskalender des NABU Kreisverbandes Gütersloh zu finden.

Ferienspiele: Kinder bauen Bienenhotels mit dem NABU und dem Umweltamt der Stadt Gütersloh

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Wildbienenhotels für Bienen bauen – das war bei den Ferienspielen des NABU-Kreisverbandes Gütersloh und dem Umweltamt der Stadt Gütersloh möglich. Bereits zum dritten Mal bot das Duo aus Naturschützern und Stadt die kreative Abwechslung in den Ferien an.

IMG_9700Am Freitag, den 6. April, hatten 8 Kinder einen ganz besonders interessanten Nachmittag: neben dem Bauen von Insektenhotels lernten die Kinder, wie wichtig Bienen für die Natur sind. „Wildbienen erfüllen ganz wichtige Aufgabe. Zusammen mit Honigbienen bestäuben sie Pfanzen, Blumen, Gemüse- und Futterpflanzen, vor allem jedoch Obstbäume, so dass Äpfel und Birnen entstehen“, erklärten Margret Lohmann vom NABU-Kreisverband Gütersloh und Beate Gahlmann vom Umweltamt der Stadt Gütersloh.

Dabei wurde auch verdeutlicht, dass es durch Umwelteinflüsse immer weniger Wildbienen und auch andere Insekten gibt und sie nun speziell die Hilfe des Menschen benötigen. Durch den Rückgang der Insekten insgesamt fehlt auch den Vögeln letztlich die Nahrung. Den Kindern wurde erklärt, dass Wildbienen einzeln lebende – sogenannte solitär lebende – Insekten sind, wohingegen Honigbienen einen Staat bilden und zusammen in einer großen Gemeinschaft leben.

IMG_9704Mit Bausätzen – speziell für die Ferienspiele vom Hans Gloth vom NABU-Kreiverband Gütersloh vorbereitet – machten sich die Kinder dann an den Bau der Wildbienenhotels. Im strahlenden Sonnenschein bastelten und malten sie auf dem Hof von Anette und Ingold Klee, die für die Ferienspiele zu sich geladen hatten.

Die Kinder schliffen die Bausätze an den Kanten glatt, nagelten die Rückseite ein und schraubten das Dach an. Dann füllten sie Fliesenkleber in den Giebel des kleinen Insektenhotels und schon konnte mit dem Bestücken von kleinen, hohlen Rundhölzchen begonnen werden. Diese wurden dicht an dicht eingebracht, da sich das Material beim Nachtrocknen zusammenziehen kann und es zu Lücken kommen würde. Es wurde vorgeschlagen, Zuhause evtl. kleinmaschige Drähte zum Schutz der Insekten vor Vögeln anzubringen, denn auch diese wissen, das sich in dem Bienenhotel für sie leckere Nahrung verbirgt.

IMG_9718Im Laufe des Nachmittages hatten die Kinder noch die Gelegenheit, Ohrwurmhotels zu bemalen. Das waren kleine Tonblumentöpfe, die mit Holzwolle befüllt waren und mittels eines Bindfadens in einen Strauch oder Baum aufgehängt werden können. Die Ohrwürmer sind Nützlinge, verstecken sich dann darin und verzehren Blattläuse, die demnächst wieder an den Pflanzen in dere Umgebung zu finden sind.

Zum Abschluss erklärte Beate Gahlmann noch, dass ein Bienenhotel nur Sinn macht, wenn es richtig aufgehängt ist und sich an einem Ort mit entsprechende Pfanzen als Futter befindet. Und das können die Kinder nun selbst lernen – denn zum Abschied erhileten sie eine Saatmischung Wildblumen mit nach Hause.

NABU Aktivitäten

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Eine Gruppe fleißiger Helfer führte seit Anfang Oktober 2017 Pflege- und Schnittmaßnahmen in der Natur durch. Diese sind jeweils nur im Zeitraum vom 01.10. bis zum 28/29.02. erlaubt. Die Pflegemaßnahmen wurden an 3 verschiedenen Stellen, im Ortsteil St. Vit in Rheda-Wiedenbrück, durchgeführt.

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In dieser Zeit wurden 20 Kopfweiden geschneitelt, die z. T. bereits enormes Astwerk entwickelt hatten. Kopfweiden bedürfen eines regelmäßigen Rückschnitts, weil sie sonst auseinanderbrechen. Im Laufe der Jahre entwickeln diese Bäume aber Asthöhlen, die sehr gern von Steinkäuzen, aber auch Meisen und vor allem Fledermäusen angenommen werden.

Weiterhin wurde in dem Gebiet eine Blänke freigeschnitten.

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Am Samstag, den 24. Februar 2018 fand bei allerschönstem, aber kaltem Winterwetter die letzte Pflegemaßnahme dieses Zeitraums statt. Dieser Termin war auch im Flyer des NABU-Kreisverbands Gütersloh bekannt gegeben worden. So fanden sich ca. 20 Helfer ein, um Aufräumarbeiten, letzte Schneidemaßnahmen sowie Freischnitte an Gewässern durchzuführen.

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Als Dankeschön wurden alle, die noch Zeit hatten, zu einem Frühstück eingeladen. Zu dessen Zweck stellte Familie Flaskamp freundlicherweise ihre Scheune zur Verfügung!

 

Fotos:  Zur Verfügung gestellt von Anette Klee

Artikel: Margret Lohmann

 

Seltener Wasserdrache in Gütersloh – Schutzprojekt für den Kammmolch

Das neue Artenschutzprojekt „Seltener Wasserdrache in Gütersloh – Schutzprojekt für den Kammmolch“ hat die Biologische Station im Frühjahr 2017 ins Leben gerufen.

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Im Altkreis Wiedenbrück wird das Projekt gefördert durch die Stiftung der Kreissparkasse Wiedenbrück.
Im Norden des Kreises Gütersloh handelt es sich um ein Gemeinschaftsprojekt der Biologischen Station mit dem
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Naturschutzbund
Kreisverband Gütersloh e. V. 

 

 


 

Der Kammmolch ist unter den Wassermolchen ein wahrer Riese. Besonders beeindruckend ist die Hochzeitstracht der Männchen.

Der Kammmolch ist unter den Wassermolchen ein wahrer Riese. Besonders beeindruckend ist die Hochzeitstracht der Männchen.

Der Kammmolch (Triturus cristatus) ist die größte heimische Molchart. Die Männchen haben eine Körperlänge bis zu 15 cm, die Weibchen sogar bis zu 18 cm. An Land sind die scheuen Tiere meist nachtaktiv, so dass die großen Molche weniger bekannt sind als ihre Salamanderverwandten, die Feuersalamander.
Doch weniger beeindruckend ist ihr Äußeres deshalb nicht: Die Männchen legen sich zur Fortpflanzungszeit einen hohen gezackten Rückenkamm, an den Flanken silbrige Punkte und am Schwanz breite silbrige Streifen zu. Aufgrund dieser auffälligen Wassertracht wird er gemeinhin auch als „Wasserdrachen“ bezeichnet.

 

Lebensraum

Wichtig ist das Fehlen von räuberisch lebenden Fischen, die Amphibienlarven fressen. Das Südufer sollte möglichst niedrige Vegetation aufweisen, damit die Sonne das Wasser für den Kammmolch ausreichend erwärmt.

Wichtig ist das Fehlen von räuberisch lebenden Fischen, die Amphibienlarven fressen. Das Südufer sollte möglichst niedrige Vegetation aufweisen, damit die Sonne das Wasser für den Kammmolch ausreichend erwärmt.

Der Kammmolch ist nicht eng an einen speziellen Biotoptyp angepasst und in diversen Gewässern der verschiedensten Naturräume zu finden. Er bewohnt die offene Landschaft ebenso, wie größere geschlossene Waldgebiete.
Einen Großteil des Jahres verbringt der Kammmolch im Wasser – ganz im Gegensatz zu anderen Molcharten, wie der Teich- oder Bergmolch. In milden Wintern wandert der Kammmolch bereits im Februar zu seinem Laichgewässer und verlässt dieses erst ab August (bis spätestens Oktober). Er benötigt größere, tiefere Gewässer mit einem strukturiertem Grund und einer reich verkrauteten Unterwasser- und Ufervergetation.

 

Als Winterquartier sucht der Wasserdrache verschiedenartige Verstecke auf, wie Holz- oder Steinhaufen, Wurzelbereiche von Bäumen, Kleinsäugerbaue, Komposthaufen, Teichdämme oder auch Keller.molch3
Optimalerweise befinden sich diese in unmittelbarer Nähe des Laichgewässers in Laub- und Mischwäldern, Gebüschen, Hecken und Gärten. Bis zu  1000 Meter werden auf der Wanderung zurückgelegt. Manche Tiere überwintern auch im Bodenschlamm der Teiche.

 

 

Nahrung

Bergmolch, Bild: Burkhard Thiesmeier

Bergmolch, Bild: Burkhard Thiesmeier

Erwachsene Kammmolche ernähren sich räuberisch. Regenwürmer, Nacktschnecken, Froschlaich, Kaulquappen, Egel, Insekten und deren Larven werden in einem Stück heruntergeschlungen.

Zum Nahrungsspektrum des Kammmolches gehören auch kleinere Schwanzlurche, wie der Teichmolch oder der Bergmolch.

Die Molchlarven sind ebenfalls Räuber und fressen planktische Kleinkrebse (u.a. Wasserflöhe) und Insektenlarven.

Teichmolch, Bild: Burkhard Thiesmeier

Teichmolch, Bild: Burkhard Thiesmeier

Unterscheidungsmerkmale von Kammmolch, Bergmolch und Teichmolch! (-> Link zu neuer Seite mit Unterscheidungsmerkmalen)

 

Fortpflanzung

Die Larven des Kammmolchs sind bei ihrer Umwandlung von der kiemenatmenden Larve zum lungenatmenden Molch 10,5 bis 11,5 cm lang. Bild: Conny Oberwelland (Biologische Station GT / BI e.V.)

Die Larven des Kammmolchs sind bei ihrer Umwandlung von der kiemenatmenden Larve zum lungenatmenden Molch 10,5 bis 11,5 cm lang.
Bild: Conny Oberwelland (Biologische Station GT / BI e.V.)

Die Balz und Paarung des kleinen Wasserdrachens finden von Mitte April bis Ende Mai statt. Das Weibchen legt daraufhin 200 bis 400 Eier an den Unterwasserpflanzen ab. Diese lassen sich aufgrund ihrer gelblichen Färbung und ihres großen Durchmessers gut von anderen Molcheiern unterscheiden.
Die Entwicklungsdauer im Ei hängt stark von der Wassertemperatur ab – bei 10 °C sind es 30 Tage, während es bei 25 °C nur 5 Tage sein können. Die Entwicklung der Larven dauert 91 Tage, wobei die Molche dabei  54 verschiedene Stadien durchlaufen.
Ab August verlassen die jungen Molche das Gewässer, um ihre Landlebensräume über Winter aufzusuchen.

 

 

 

Gefährdung

Eine Vielzahl an Amphibien – so auch der Kammmolch – werden auf ihrer Wanderung vom Winterquartier zum Laichgewässer Opfer des Straßenverkehrs. Zudem führt die Trockenlegung von Kleingewässern zum Verlust von geeigneten Laichgewässern. Auch die zunehmende Intensivierung der Landnutzung mit dem höheren Eintrag von Düngemitteln und Schadstoffen macht dem Kammmolch zu schaffen. Die Umwandlung von Grünland in Ackerflächen sowie die allgemeine Intensivierung der Grünlandnutzung im Umfeld der Laichgewässer stellt eine starke Habitatverschlechterung dar.
Der kleine Wasserdrache ist nach der FFH-Richtlinie (Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie) im Anhang II und IV geschützt. Im Bundesnaturschutzgesetzt wird der Kammmolch als „streng geschützt“ geführt. Der Kammmolch ist in Nordrhein-Westfalen die seltenste heimische Molchart und gilt hier als „gefährdet“.

 

Verbreitung

Bild: Conny Oberwelland (Biologische Station GT / BI e.V.)

Bild: Conny Oberwelland (Biologische Station GT / BI e.V.)

Der Verbreitungsschwerpunkt liegt im Tiefland, im Bergland in Lagen über 400  Metern kommt der Kammmolch nicht vor. Im Kreis Gütersloh, insbesondere im Altkreis Wiedenbrück sind ein paar wenige Vorkommen des seltenen Kammmolches bekannt.
Für den Fortbestand des Kammmolches ist die gezielte Umsetzung von Schutzmaßnahmen von großer Bedeutung.

 

 

 

Das Schutzprojekt für den Kammmolch

Mit dem neuen Artenschutzprojekt für den Kammmolch führt die Biologische Station praktische Maßnahmen für die Verbesserung des Lebensraumes der Amphibien durch. Als Grundlage für die gezielte Umsetzung der Maßnahmen kontrollieren wir Gewässer auf das Vorkommen des kleinen Wasserdrachens.

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Der Wasserdrache in Gefahr

Wissenschaftliche Untersuchungen haben ergeben, dass der Kammmolch, unser größter heimischer Wassermolch einen hohen Rückgang verzeichnet. Der Kammmolch, ein Schwanzlurch, genannt auch Wasserdrache ob seines starken Aussehens, zählt zu den langlebigsten Amphibien. Er wird etwa bis 18 cm lang, ist   farbenprächtig mit gelb bis orangener  Unterseite und  schwarzen Flecken, an seinen Flanken teilweise weiß punktiert. Er kann bis zu 16 Jahre alt werden.  In der Paarungszeit schwillt  dem Männchen ein prächtiger Kamm an und tanzt vor dem Weibchen ungewöhnliche Figuren,°° ein Meister im Imponiergehabe°°.  Seine Lebensräume sind unscheinbare kleine Teiche oder Tümpel mit reicher Uferbepflanzung und Röhricht, leicht besonnt, möglichst in Nähe von Feuchtgebieten wie auch naturnahen  Mischwaldgebieten, möglichst fischfrei.

Der Artenschwund ist gewaltig, so dass er hohe Schutz- Priorität nach FFH Richtlinie genießt und auf der Roten Liste steht in NRW. Dieses Alarmzeichen hat den NABU Kreisverband Gütersloh angeregt, in unserer Region  nach etwaigen Vorkommen zu forschen und günstige  Lebensräume zu erkunden. Die Untersuchung erfolgt mit  Sondergenehmigung. Da beispielsweise im Haller Ortsteil Eggeberg seit vielen Jahren  Amphibien gesichtet und  Schutzanlagen betreut wurden, war hier ein Ansatz gegeben.  Wir  richteten dazu  unser Augenmerk auf die sehr naturnah großflächig angelegte Golfanlage des Golfclub Teutoburger Wald mit den vielen kleinen Teichen, die unser Interesse weckten. Dort waren Tümpel mit reichem Wasserpflanzenbewuchs, umsäumt von Bäumen  und Sträuchern, ein typischer Lebensraum  für Kammmolche (Triturus cristatus).
Mit freundlicher Unterstützung des Golfclubs wurden gemeinsam vom dortigen  Greenkeeper  des Clubs  Henning Weßling und NABU Mitglied Klaus Kuhlmann  in den vergangenen Wochen Beobachtungen und Untersuchungen durchgeführt. Neben einigen  Amphibienarten  wurden  erfreulicherweise  auch  die gesuchten  Kammmolche  entdeckt. In 2 der Teiche war eine größere Zahl dieser Schwanzlurche festzustellen neben den dort vorkommenden Bergmolchen.

Diese Anlagen werden naturbelassen bleiben. Sie zeigen im Ergebnis auf, dass eine naturgerechte Gestaltung einer  Golfanlage wie in Eggeberg , Sport und  Naturschutz  miteinander vereinbaren können. Das sollte Ziel sein und macht Mut, diese Standorte zu pflegen  und zu schützen, so die Meinung vom Greenkeeper Henning Weßling und NABU Mitglied Klaus Kuhlmann.

Für weitere Hinweise auf Vorkommen ist der NABU Kreis Gütersloh sehr dankbar.

Kontaktadresse: Klaus Kuhlmann (Telefon 05201/ 70544).
k.ku

NABU besichtigt Windrad

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Am Sonntag, den 8.10.2017 fand am Windrad WA 5 im Bereich Marburg eine Führung durch die Stadtwerke Gütersloh und Herrn Schulze von der Unteren Naturschutzbehörde Kreis Gütersloh statt.

Zunächst erläuterte Herr Lopez-Sommer von den Stadtwerken Gütersloh die technischen Details dieser Anlage, eine inkl. Rotor 210 m hohe Enercon Anlage mit einer Leistung von 3 Megawatt. Die Anlage wurde 2016 errichtet und in Betrieb genommen und besteht zu 2 Dritteln aus Betonelementen, die vor Ort zu Kreisen zusammengesetzt wurden, das obere Drittel besteht aus Stahlelementen. Insgesamt sind sie durch Stahlseile miteinander verbunden, so dass sie ähnlich wie bei einer Stahlbetonbrücke auf Zug stabilisiert werden.

Der Rotorkopf ist durch Motoren drehbar, so dass die Flügel optimal in den Wind gedreht werden können. Jedes Rotorblatt kann einzeln in sich gedreht werden, so dass durch den Winkel zum Wind die Drehgeschwindigkeit den Verhältnissen angepasst werden kann. Durch eine 90-Grad-Stellung kann z.B. die Rotation gestoppt werden, was bei Starkwind oder aus Artenschutzgründen, oder wegen des Schattenwurfes geschehen muss.

Die Geräuschentwicklung des Windrades rührt überwiegend aus der hohen Geschwindigkeit der Flügelspitzen im Betrieb her. Hier wurden an dieser Anlage bereits verschiedene Techniken angewendet, um diese Geräusche zu minimieren. Die abgewinkelten Flügelspitzen z.B. oder kammartige Bereiche an der Flügelinnenseite, die der Federstruktur von Eulen abgesehen sind.

Herr Schulze von der Unteren Naturschutzbehörde des Kreises Gütersloh erläuterte anschließend das allgemeine Genehmigungsverfahren für Windenergieanlagen im Kreis Gütersloh.

Zunächst stellte er dar, dass für das betreffende Gebiet ein Flächennutzungsplan vorliegen muss, bei dessen Aufstellung genügend Vorranggebiete für Windenergieanlagen vorgesehen sein müssen. Nur in diesen Vorranggebieten kann dann ein Bauantrag gestellt werden. Diese Vorranggebiete wurden anhand verschiedener Kriterien festgelegt. Tabu sind z.B. Siedlungen, Naturschutzgebiete, Wasserschutzgebiete o.ä. als sogenannte “harte Kriterien”. Außerdem werden Abstände zu bestimmten Gebieten festgelegt, z.B. Mindestabstände zu Gebäuden, Waldbereichen o.ä.. Diese weichen Kriterien sind oftmals Grund für Klagen, da sie individuell gehandhabt werden.

Bei der Baugenehmigung werden dann Maßnahmen festgelegt, die zum einen den Eingriff des direkten Baus der Anlage ausgleichen sollen, wobei hier oft auf das Ersatzgeld ausgewichen wird und Naturschutzmaßnahmen in anderen Bereichen finanziert werden. Zum Anderen werden Artenschutzmaßnahmen festgelegt, z.B. ein Monitoring zum Fledermausflug im Bereich der Anlage, dass zu Ausschaltzeiten führen kann. Außerdem wird z.B. festgelegt, dass die Anlage zu Erntezeiten stehen muss, um Greifvögel, die die abgeernteten Felder bejagen, zu schonen.

Die Stadtwerke Gütersloh betreiben diese Windenergieanlagen, um ihre selbstgesteckten Ziele für die Verwendung regenerativer Energien aus Klimaschutzgründen auch wirklich umzusetzen. Dabei soll auch das Bewusstsein geschaffen werden, dass vor Ort produzierter Strom auch vor Ort in Gütersloh verbraucht wird.

Der NABU-Landesverband steht für den Ausbau von regenerativen Energiequellen, also insbesondere Windrädern, um klimaschädliche Kohlekraftwerke abschalten zu können.

Exkursion Artenschutzflächen Hof Brechmann am Sonntag, 2. Juli 2017

Foto: Margret Lohmann

Am Sonntag, den 02. Juli trafen wir uns auf dem Hof der Familie Brechmann bei leider nicht sehr einladendem Wetter.

Herr Brechmann erzählte ein wenig von der Geschichte des Hofes, der einer der ältesten der Gemeinde Stukenbrock ist. Bereits im Jahre 1989 stellte Gerhard Brechmann auf ökologische Landwirtschaft um, was damals noch für viele ein utopisches Unterfangen war. Seit langem steht Herr Brechmann für den Artenschutz alter Getreidesorten und Ackerkräuter ein.

Foto: Margret Lohmann

Foto: Margret Lohmann

 

Da keine Hofnachfolge angetreten werden konnte, überlegte man sich, wie ein langfristiger Erhalt des Betriebes zu erreichen sei.  Nach vielen Überlegungen, langem Hin- und Her  und sehr vielen Anträgen; Anhörungen usw. wurde der Hof im Dezember 2010 in eine Stiftung umgewandelt. Seitdem widmet sich Gerhard Brechmann noch intensiver um „seine Pflanzen“ und er hat viele neue Erkenntnisse über Naturschutz und Arten dazu gewonnen. Da Herr Brechmann die Altersgrenze erreicht hatte, wurde ein Bewirtschafter eingestellt, der sich mit viel Liebe ebenfalls um die Belange der Landwirtschaft kümmert.

Weiter gingen wir über einen Waldweg, vorbei an dem idyllisch gelegenen Hofteich, der früher die Wasserversorgung des Hofes sicherstellte.

Hier nistet seit über 40 Jahren bereits der Eisvogel. Gerhard Brechmann berichtete, dass vor ein paar Jahren die Altvögel ums Leben gekommen waren. Nachdem er eine Expertin in Soest angerufen hatte und die ihm riet, die Brut in einen Karton zu packen und über ein hinein geschnittenes Loch die Kleinen zu füttern, fand Gerhard Brechmann diese Lösung nicht so ideal und fütterte die kleinen Vögel direkt in der Nisthöhle mittels eines langen Stabes, an dem er kleine (tote) Fischchen heftete. Sehr artig, nach dem so genannten „Eisvogelkarussell“ habe dann die Fütterung der Reihe nach funktioniert. Wenn die ein Fisch angenommen war, stellte sich dieser Vogel hinten wieder an! Wenn alle kleinen Eisvögel gesättigt waren, nahmen sie keine Nahrung mehr an. Zu früh durfte man sich auch nicht auf dem Weg machen, dann schliefen die Kleinen noch und waren somit nicht an Futter interessiert. Also nicht vor 8.00 h morgens!! Eine Fütterung fand erst 2 x und später 3 x am Tag statt und war nach Meinung von Gerhard Brechmann durchführbar. Lt. Gerhard Brechmann müssen Eisvögel das Fischen nicht erlernen, es ist genetisch festgelegt. Die jungen Eisvögel reagieren auf Bewegung unter Wasser. Auch Flugübungen sind vor dem ausfliegen in der engen Höhle nicht möglich. Sie verlassen diese und können fliegen. Von 6 Vögeln kamen 4 durch. Ein guter Schnitt!

Links ging es weiter durch den Wald, wo die Bruthöhle des Schwarzspechtes zu sehen war.

Foto: Margret Lohmann

Foto: Margret Lohmann

 

Dann erreichen wir eine Waldwiese, wo Grillen zu hören waren. Diese wird schon lange extensiv genutzt. In dieser Waldwiese sahen wir den kleinen Klappertopf und die Heidenelke.

Foto: Margret Lohmann

Foto: Margret Lohmann

 

Weiter ging es zu einem Acker, auf dem das kahle Ferkelkraut (rote Liste NRW: 1, vom Aussterben bedroht), derzeit einziger bekannter Standort in NRW, den roten Zahntrost, den kleinen Ackerfrauenmantel, das kleine Filzkraut, Samenkapseln des Sandmohn und (leider nicht mehr blühend)

Foto: Margret Lohmann

Foto: Margret Lohmann

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Foto: Ralf Külker

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

die Ackerfeuerlilien sowie  Kornblumen und Hundskamillen zu finden waren. Auf dem Acker wird Roggen angebaut. Das Getreide nimmt eine Firma ab, die Brot aus Korn aus ökologischem Anbau herstellt.

Eine weitere Feuchtwiese konnten wir aus Zeitgründen nicht mehr erreichen. Im Juli ist diese lt. Gerhard Brechmann auch nicht mehr sehr interessant, da die Pflanzen abgeblüht sind. Es wachsen dort Orchideen, das Breitblättrige Knabenkraut und das großblättrige Zweiblatt. Es wurde hier auch der Gemeine Teufelsabbiss (Succisa pratensis) gefunden. Das war die Blume des Jahres 2015, die seinerzeit von der Loki-Schmidt-Stiftung benannt wurde. Inzwischen hat sich diese Pflanze zu einer stattlichen Population vermehrt. Die Wiese wird erst ab Oktober gemäht, damit Pflanzen sich entwickeln bzw. auch aussamen können.

Dann gingen, wir wieder vorbei an dem idyllischen Teich, zurück zum Hof. Herr Brechmann lud uns ein, beim nächsten Mal im Mai zu einer Exkursion zu kommen, da dann noch viel mehr Pflanzen in voller Blüte anzutreffen seien.

Wir danken Herrn Brechmann für die interessanten Berichte und für die erneute Einladung!

 

Infos über Ackerkräuter:

http://www.schutzaecker.de/?artenliste

Auf Facebook kann man den Hof ebenfalls finden unter „Stiftung Hof Brechmann“.

Fahrrad-Exkursion am 13.06.2017 zu den Störchen nach Rietberg

Foto: Ralf Külker

Die Exkursion führte uns in die Rietberger Emsniederung.

Der Biologischen Station Gütersloh-Bielefeld obliegt die Betreuung dieser Flächen.

Das NSG hat eine Größe von insgesamt 445 ha und wurde am 08.07.2013 unter Schutz gestellt. Es liegt größtenteils auf Rietberger Stadtgebiet und erstreckt sich entlang der Ems von den Rietberger Fischteichen bis in den Kreis Paderborn, Stadt Delbrück, hinein. Die Grünflächen des Schutzgebietes werden weitestgehend im Rahmen des Vertragsnaturschutzes extensiv bewirtschaftet.

Ca. 450 ha Feuchtwiesen wurde bereits 1989 als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Im Jahre 2013 wurde jedoch eine neue Verordnung erarbeitet. Aufgrund der großen Bedeutung insbesondere als Brut- und Rastgebiet für Wiesenvögel wurde das NSG „Rietberger Emsniederung“ zusammen mit den „Rietberger Fischteichen“ und dem „Steinhorster Becken“ als EU-Vogelschutzgebiet ausgewiesen. Das gesamte Vogelschutzgebiet „Rietberger Emsniederung“ und „Steinhorster Becken“ hat eine Größe von 929 ha.

Foto: Margret Lohmann

Foto: Margret Lohmann

Wir trafen uns auf dem Parkplatz des Bauhofes Rietberg, um einen kleinen Teil dieses Gebietes zu erkunden. Bernhard Walter von der Biostation betreut dieses Gebiet beruflich und leitete die Exkursion. Es wurde ein transportables Teleskop; gut gesichert auf ein Fahrrad geladen, um unterwegs die Störche und auch anderen Vögel gut beobachten zu können.

Foto: Margret Lohmann

Foto: Margret Lohmann

Unser Weg führte zunächst auf zum Aussichtsturm im LGS-Gelände. Von hier hatte man einen weit reichenden Blick über die Gegend und auf in der Nähe errichtete Storchennester. Diese waren im Jahre 2012 als Projekt mit dem Umweltamt des Kreises Gütersloh und der Biostation errichtet worden.

Foto: Ralf Külker

Foto: Ralf Külker

Obwohl man sich nicht sicher war, ob diese Nester überhaupt angenommen wurden, kamen die 1. Störche bereits im darauf folgenden Jahr und seitdem gibt es immer wieder erfreuliche Bruterfolge. Die Jungstörche werden beringt, kurz bevor sie mit ca. 8 Wochen flügge werden. Das Gelände eignet sich hervorragend für die Störche zur Futtersuche, finden sie hier doch Mäuse, Frösche, vielleicht sogar einen Junghasen etc.. Der Futterbedarf für die heranwachsenden Jungen ist enorm, deshalb wäre es fatal, Nistmöglichkeiten zu errichten in Gebieten, wo die entsprechenden Feuchtwiesen und somit das Futteraufkommen nicht vorhanden sind.

Foto: Ralf Külker

Foto: Ralf Külker

Die Jungstörche könnten nicht versorgt werden. Störche werfen, wenn Sie sehen, dass das Futter für die gesamte Brut nicht ausreicht, den einen oder anderen zu kleinen Jungstorch aus dem Nest, wahrscheinlich, um wenigstens den Rest durchbringen zu können.

Weiterhin waren Nilgänse zu sehen, die Ihre Jungen führten, ein Kiebitzpaar mit seinen Jungen und auch die Wasserbüffel, die in einem umzäunten Gebiet grasen und so ihren Teil zum Naturschutz beitragen.

Weiter ging es durch ein normalerweise verschlossenes Tor in das Vogelschutzgebiet hinein. Über Feldwege ging es Richtung Markenstraße. Bernhard Walter zeigte uns den Unterschied zu einer extensiv und einer intensiv bewirtschafteten Grünfläche.

 

Grünfläche, intensiv bewirtschaftet, Foto: Margret Lohmann

Grünfläche, intensiv bewirtschaftet
Foto: Margret Lohmann

Rietberger Emsniederung Foto: Biostation

Rietberger Emsniederung
Foto: Biostation

Auf der einen waren Wiesenblumen und verschiedene Gräser zu entdecken, auf der anderen leider nur eine intensiv wachsende Grassorte, die viel Ertrag für Milchkühe verspricht. Rechts in der Wiese waren wieder 2 kleine Kiebitze zu sehen, die von dem Elternpaar genau bewacht wurden und bei deren Warnrufen sofort im längeren Gras verschwanden!

Foto: Margret Lohmann

Foto: Margret Lohmann

Ferner kamen wir an einem weiteren Storchennest vorbei, in dem sich 4 schon recht große Jungstörche befanden.   Bernhard Walter meinte, dass diese bereits beringt wären und es mit Sicherheit zu erwachsenen Störchen schaffen würden. Der Altstorch brachte auch in diesem Moment einen großen Frosch herbei, so dass wir die Fütterung genau beobachten konnten.

 

 

 

 

 

 

 

Wir fuhren noch ein kurzes Stück um dann Halt zu machen, um Uferschnepfen und den Großen Brachvogel mit ihren Jungen nicht zu stören.

Foto: Ralf Külker

Foto: Ralf Külker

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Vogelschutzgebiet, Foto: Margret Lohmann

Vogelschutzgebiet, Foto: Margret Lohmann

Auch diese Elternvögel bewachten Ihre Jungen und warnten sofort bei Gefahr. Eine Reiterin mit einem nicht angeleinten Hund kam des Weges und als sie unsere Gruppe sah, nahm sie wenigstens den Hund an die Leine. Dieses Gebiet ist verboten für Publikumsverkehr, insbesondere jedoch für freilaufende Hunde. Bernhard Walter wies die Reiterin freundlich darauf hin, die, wie sie sagte sich keine Gedanken darüber gemacht hatte. Ja – leider!!! Ein Bussard zog ebenfalls plötzlich seine Runden über das Gebiet, um sich dann in einer Baumgruppe unsichtbar zu machen. Ein Altvogel versuchte, ihn durch Flugmanöver abzulenken und zu vertreiben. Die Uferschnepfe setzte sofort Warnrufe ab, um ihre Jungen zu schützen.

In dem Gebiet gibt es auch noch die Nachtigall. Leider war sie an diesem Abend nicht zu hören.

Dann ging es wieder zurück. Diese naturkundliche Wanderung war für alle ein Erlebnis und jeder konnte tiefe Eindrücke mit nach Hause nehmen!

Wir danken Bernhard Walter für die ausführlichen Informationen!

Große Wiese

Unterwegs

Am 1. Juni 2017 um 18:00 Uhr trafen sich ca. 38 Naturfreunde an der ehemaligen Gaststätte “Siekhänschen” an der Paderborner Straße in Gütersloh-Friedrichsdorf, um von hier aus das Naturschutzgebiet “Große Wiese” zu erkunden.

Unterwegs

Unter der Leitung von Bernhard Walter und Herrn Glattfeld von der Biologischen Station Gütersloh/Bielefeld wurden sowohl Vögel beobachtet (Weißstörche, Wanderfalke, Turmfalke, Nilgans) als auch die Vegetation des Naturschutzgebietes erläutert. Hier konnte Herr Glattfeld darstellen, dass die intensive Landwirtschaft sich negativ auf den Artenreichtum der vorhandenen Grünlandflächen auswirkt. Die Biostation versucht hier entgegenzuwirken, indem die Randstreifen entlang der Wege und (Entwässerungs-)Gräben mittlerweile so bewirtschaftet werden, dass diese Bereiche ausgehagert werden und damit wieder Arten zeigen, die auf den intensiv bewirtschafteten Flächen nicht mehr vorkommen.Wasserfeder

Auch eine botanische Besonderheit konnte Herr Glattfeld zeigen: an einem auf den ersten Blick stark nährstoffhaltigen Entwässerungsgraben, wurde die “Wasserfeder” entdeckt, die eigentlich nährstoffarme Gewässer bevorzugt.

 

 

Storch mit NachwuchsHerr Walter hatte zu Beginn die Erfolgsgeschichte der Weißstörche berichtet. Gegenüber einem Bestand von  Brutpaaren in Nordrhein-Westfalen 1920, waren die Weißstörche mit 3 Brutpaaren in Petershagen 1980 in Nordrheinwestfalen nahezu ausgestorben. Umfangreiche Renaturierungsmaßnahmen, bei denen das Futterangebot für Störche aufgebessert werden konnte, ermöglichte es, dass Störche wieder eine Lebensgrundlage finden konnten, so dass heute in NRW über 200 Brutpaare gezählt werden können. Dies ist nur möglich, weil die Nahrungsgrundlage wieder hergestellt werden konnte.

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