Monthly Archives: Mai 2014

Orchideen im Naturschutzgebiet Mackenberg bei Oelde

Burkhart Stratmann (links) zeigt den Teilnehmern die Orchideen im Naturschutzgebiet Mackenberg bei Oelde.

Orchideen in Ostwestfalen findet man heute nicht mehr allzu häufig. Im Naturschutzgebiet Mackenberg aber wachsen sie noch. Grund ist der Einsatz von Burkhart Stratmann und weiteren Engagierten vom Verein für Natur- und Umweltschutz im Kreis Warendorf e.V.. Der Naturschützer zeigte am Sonntag, 16. Mai einigen Interessierten die Offenlandflächen.

Burkhart Stratmann (links) zeigt den Teilnehmern die Orchideen im Naturschutzgebiet Mackenberg bei Oelde.

Burkhart Stratmann (links) zeigt den Teilnehmern die Orchideen im Naturschutzgebiet Mackenberg bei Oelde. (Foto: Margret Lohmann)

“Ohne unseren Einsatz wären die Offenlandflächen im alten Steinbruch längst verbuscht und keine Orchideen mehr zu finden”, erklärte Burkhart Stratmann den Teilnehmern der Exkursion, “denn ohne unseren Einsatz wären die Offenlandflächen im alten Steinbruch längst verbuscht und keine Orchideen mehr zu finden”. Über zehn Orchideenarten wachsen dort wie Vogelnestwurz, Waldhyazinte, Purpurknabenkraut und Fliegenragwurz. Letztere lockt Fliegenmännchen mit einer täuschend nachgemachten Fliege in die Blüte und verteilt über die Fliegen ihren Pollen.

Die Exkursionsteilnehmer konnten viele Informationen über die Pflanzen auf Kalk mit nach Hause nehmen. Auch in 2015 wird es wieder in das Naturschutzgebiet Mackenberg geben.

Mit dem Fahrrad durchs Große Torfmoor

Herr Sack vom NABU Minden-Lübbecke zeigt den Teilnehmern einen Schautorfstich im Großen Torfmoor.

Der NABU Kreisverband Gütersloh hatte am Samstag, den 26. April zu einer Fahrradexkursion ins Große Torfmoor bei Lübbecke eingeladen. Bei bestem Wetter trafen sich am Moorhus 35 Naturfreunde, die kompetent von Herrn Sack vom NABU Minden-Lübbecke geführt wurden. Das Naturschutzgebiet Große Torfmoor liegt zwischen Wiehengebirge und Mittellandkanal, ist 512 Hektar groß und steht seit 1974 unter Schutz. Der überwiegende Teil ist Landeseigentum und wird vom Naturschutzbund Minden-Lübbecke betreut.

Herr Sack vom NABU Minden-Lübbecke zeigt den Teilnehmern einen Schautorfstich im Großen Torfmoor.

Herr Sack vom NABU Minden-Lübbecke zeigt den Teilnehmern einen Schautorfstich im Großen Torfmoor. (Foto: Wilhelm Gröver)

Vor der Unterschutzstellung wurde großflächig Torf abgebaut, an einem Schautorfstich konnten die Teilnehmer die frühere Nutzung nachvollziehen. Heute wird der Torf nur kleinflächig für Heilbäder genutzt. An einem kleinen Moortümpel kann barfuß der nasse Torf erlebt werden, was eine forsche  Teilnehmerin sofort ausprobierte.

Das Moor ist sehr nass, nahstoffarm und sauer. Deshalb dominieren in den alten Torfstichen Torfmoose, insgesamt 16 Arten und formen die Lebensbedingungen im Moor. Am Bohlenweg wuchsen zahlreiche Sonnentaupflanzen, eine Zauneidechse kreuzte den Weg. Moosbeere, Trocken- und Rosmarienheide und Preiselbeere fanden sich auf den eher trockenen Flächen. In den nasseren Zonen konnten die Teilnehmer Wollgräser bestimmen, deren Fruchtstände an den weißen Büscheln gut zu erkennen sind, die weißblühende Sumpfcalla fand sich eher in den Randbereichen aber auch direkt am Wegesrand.

Vom Beobachtungsturm waren zahlreiche Wildvögel zu beobachten wie Kraniche, eine Lachmöwenkolonie, Graugänse, Taucher und Reiherenten. Moorfrösche, Teich – und Wasserfrösche sind in den Kleingewässern zu finden und bei Sonnenschein gut zu hören. Nach den Informationen des NABU sind Vogelbruten auch durch Prädatoren gefährdet, so mußten in den letzten Jahren Wildschweine gezielt bejagt werden.

Zu der Entwicklung des Gebietes sagte Herr Sack: “In den letzten Jahren hat sich viel getan, mit Hilfe eines Life-Projektes wurden Gräben zur Wiedervernässung verschlossen, ca. 55 Hektar Wald entbuscht und das Wegenetz verbessert”. Das Moor wird von einer Schafherde beweidet und offen gehalten. Hier kommt die Weiße hornlose Schnucke zum Einsatz, allerdings hatte sich offensichtlich auch ein schwarzes Schaf in die Herde eingeschlichen.

Den Abschluss der Exkursion bildete die Besichtigung der Ausstellung im Moorhus, die nach neuesten pädagogischen Erkenntnissen konzipiert ist und eindrucksvoll die Entstehungsgeschichte und die Artenvielfalt des Großen Torfmoores zeigt.
Die Teilnehmer der Fahrradexkursion zeigten sich überwältigt von der Artenvielfalt und Informationsfülle aber auch von dem Engagement der NABU-Mitglieder vor Ort. Ein Besuch lohnt sich auch zu anderen Jahreszeiten!

Als nächste Exkursion bietet der NABU Kreisverband Gütersloh eine Orchideenexkursion im Naturschutzgebiet Mackenberg in Oelde am Sonntag, den 18. Mai um 10 Uhr an. Geführt wird durch Herr Stratmann vom Verein für Natur-und Umweltschutz. Dauer ca. 2 Stunden. Treffpunkt ist der Parkplatz vor der Fa. Dr.Beck  an der Straße Flairpark in Oelde südlich der B61 zwischen Stromberg und Beckum.