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NABU Kreisverband Gütersloh: Mit der Kettensäge Lebensraum für den Steinkauz geschafft

Josef Holste rüstete sich mit einer Säge, um Platz für den Steinkauz zu schaffen.

Der NABU Kreisverband Gütersloh hat wieder Lebensräume für Steinkauz und Co. in seinem Feuchtgebiet in St. Vit geschafft. Mit Kettensägen, Forke und Beil  ausgerüstet, schneitelten Mitglieder des NABU Kopfweiden und stutzten durchgewachsene Hecken im Februar, bevor die Brutsaison wieder beginnt.

Josef Holste rüstete sich mit einer Säge, um Platz für den Steinkauz zu schaffen.

Josef Holste rüstete sich mit einer Säge, um Platz für den Steinkauz zu schaffen. (Foto: Wilhelm Gröver)

Seit vielen Jahren hat der NABU in St. Vit eine Feuchtwiese gepachtet, von alten Kopfweiden und dichten Schlehen umsäumt. In den letzten Jahren wurden Tümpel angelegt und regelmäßig gepflegt. Die Wiese wird extensiv von einem Landwirt bewirtschaftet und von Kühen nachgeweidet. Durch die vielen Biotope ist das abseits gelegene Feuchtbiotop Lebensraum für zahlreiche Vogelarten, die in den Hecken und Kopfweiden brüten. In den Kleingewässern fühlen sich die Frösche wohl und Libellen häuten sich an den Wasserpflanzen.

Auch Josef Holste aus St. Vit, einer der langjährig fleißigen Helfer fühlt sich wohl, wenn er in der Natur arbeiten kann. Ehrenamtlich kümmert er sich mit seinen Mitstreitern um den Steinkauz in unserer Region und pflegt die Steinkauzkästen, damit der Steinkauz in St. Vit und Umgebung auch weiterhin eine Heimat hat.

Chance und Verpflichtung

Naturschutz auf dem ehemaligen Flughafen Gütersloh Bis zum Jahr 2020 sollen die rund 17.000 Soldaten der britischen Rheinarmee aus Deutschland abziehen. Davon betroffen ist auch Gütersloh, wo heute noch 800 Soldaten in den „Princess Royal Barracks“ leben und wo die militärische Nutzung des Flughafens bereits 2016 aufgegeben werden soll. Das frei werdende, rund 340 Hektar große Areal an der Marienfelder Straße weckt Begehrlichkeiten: So soll hier unter anderem ein Gewerbe- und Industriegebiet   entstehen, gesäumt von Freizeit- und Naturschutzflächen. Auch Photovoltaik- und Windenergieanlagen sind geplant.

Für den BUND, die Gemeinschaft für Natur-und Umweltschutz im Kreis Gütersloh (GNU) und den NABU sind diese Pläne nicht mit dem Schutz der Natur auf den ökologisch wertvollen Freiflächen des Flughafengeländes zu vereinbaren. „Die großen Offenlandbereiche mit ihren Borstgrasrasen und Heidenelken-Sandtrockenrasen sind für den Arten- und Biotopschutz von herausragender landesweiter Bedeutung“, sagt Margret Lohmann, stellvertretende Vorsitzende des NABU Gütersloh.

Auch seltene und gefährdete Vogelarten wie Großer Brachvogel, Rohrweihe, Wiesenpieper und Feldlerche haben hier nach Untersuchungen der Biologischen Station Bielefeld/Gütersloh ihren Lebensraum, darunter einige windkraftsensible Arten: „Das schließt den Bau von Windkraftanlagen auf dem Gelände aus“, so Lohmann.

Achim Hertzke, stellvertretender Vorsitzender des BUND Gütersloh, fordert die zeitnahe institutionalisierte Beteiligung der Naturschutzverbände im gesamten Konversionsprozess. Und Angelika Daum aus dem Vorstand der GNU betont die „große Chance und Verpflichtung von Stadt und Region, einmalige Natur für künftige Generationen zu erhalten“. Außerhalb der schutzwürdigen Flächen seien zudem zahlreiche Möglichkeiten zum Naturerlebnis denkbar. Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) wird voraussichtlich empfehlen, einen 178 Hektar großen Teil des Flughafenareals als Naturschutzgebiet auszuweisen. Josef Tumbrinck, Vorsitzender des NABU-Landesverbandes NRW, hat die die Landesregierung aufgefordert, die gesamten Freiflächen des Flugplatzes im künftigen Landesentwicklungsplan als „Gebiet zum Schutz der Natur“ darzustellen und damit als Teil des landesweiten Biotopverbundes zu sichern. Bernd Pieper

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